Staatlicher Terror: Wem gehört mein Körper?

Ziel der nationalsozialistischen Gesundheits- und Familienpolitik war eine Steigerung der Geburtenrate. Dies sollte unter den Gesichtspunkten der „Erbgesundheits- und Rassenpflege“ durchgesetzt werden. Mit Prämien und Belohnungen sollte für Paare der Anreiz geschaffen werden, Kinder zu gebären. Zusätzlich wurden 1938 Strafsteuersätze für Paare, die nach 5 Ehejahren noch kinderlos waren, eingeführt. Dies galt jedoch nur für „erbgesunde, arische“ Frauen. Im Rahmen der „Erbgesundheits- und Rassenpflege“ wurde 1933 das Gesetz „zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ eingeführt. In der Umsetzung bedeutete dies, dass „nicht - arische, nicht – erbgesunde“ Frauen keine Kinder bekommen sollten bzw. durften. Die Maßnahmen zur Verhinderung von Schwangerschaften reichten von einer Beratung vor einer Schwangerschaft bis hin zu Zwangssterilisationen und Abtreibungen.

Rumänien und Tibet
Wir neigen dazu, unseren Körper für unser Eigentum zu halten. Es gibt jedoch Regionen in dieser Welt, in denen die Fortpflanzungsrechte der Frau unter staatlicher Kontrolle stehen. Da es unter Ceaucescu  keine Verhütungsmittel wie (Pille , Spirale , Kondome ) gab ,und es häufig unmöglich war, viele Kinder zu versorgen, haben die Narben der Abtreibungen (die oft ohne Narkose durchgeführt wurden) dazu geführt, dass nur bei 5 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter in Bukarest die Gebärmutter gesund ist.Die Tibeter leiden unter einer grausigen Form des Völkermords durch die Chinesen, die ihr Land seit 1950 besetzt halten: Tibetanische Frauen werden jeden Monat auf Schwangerschaft untersucht. In jedem Wohnblock der Hauptstadt Lhasa kontrolliert eine weibliche Regierungsbeamtin die Monatszyklen. Jede Tibeterin, bei der eine Schwangerschaft festgestellt wird, wird zur Abtreibung in ein Krankenhaus eingeliefert. Bis Ende 1989 wurden in der Provinz Qinghai in Zentralasien 87000 Frauen sterilisiert. Die haarsträubende Rechtfertigung der chinesischen Regierung für diese Völkermordpraxis findet sich in dem amtlichen Bericht über die Familienplanungspolitik: `` Innerhalb  ihrer Gesellschaft findet man zu häufig Personen, die geistig zurückgeblieben, zwergenwüchsig oder geistig krank sind.`` während das Vermächtnis des brutalen Ceaucescu - Regimes in den Tausenden ungewollter Kinder in staatlichen Waisenhäusern und den Narben der gegen ihren Willen zur Geburt gezwungenen Frauen fortlebt, können die Tibeter sich glücklich schätzen, wenn sie unter der chinesischen Kontrolle ihrer Heimat eigene Kinder haben.

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